Online-Kurse mit KI erstellen: raus aus dem Plattform-Lock-in

Stand: August 2026 · Von Anne & Andri – ein Standpunkt aus 6 Jahren eigenem Kursplattform-Betrieb

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Inzwischen wirbt fast jede Onlinekurs-Plattform mit KI: „Erstelle Deinen Kurs mit unserem KI-Assistenten!“ Gemeint ist damit fast immer eine KI, die in die Plattform eingebaut ist und Dich beim Befüllen des plattformeigenen Kurs-Editors unterstützt. Klingt praktisch – und ist aus unserer Sicht trotzdem der falsche Weg. Dieser Artikel ist kein Tool-Vergleich, sondern ein Standpunkt: Warum wir Kurse lieber mit Claude und ChatGPT erstellen als mit der KI irgendeiner Plattform, und was das mit einem Problem zu tun hat, das uns seit gut zehn Jahren verfolgt.

Das eigentliche Problem heißt nicht KI, sondern Lock-in

Kursplattformen verdienen daran, dass Du bleibst. Das ist legitim – aber es erklärt, warum die eingebauten Kurs-Editoren so sind, wie sie sind: starr, proprietär und ohne vernünftigen Export. Deine Lektionen, Quizze und Strukturen leben in einem Format, das nur diese eine Plattform lesen kann. Ein Wechsel bedeutet: alles neu aufbauen. Genau das macht den Wechsel so teuer, dass ihn kaum jemand geht – und genau deshalb ist der starre Editor kein Versehen, sondern Teil des Geschäftsmodells.

Uns nervt das, seit wir Online-Kurse machen: Wir wollen nicht von einer Software abhängig sein. Wir wollen die Verwaltung unserer Teilnehmer:innen und unsere Inhalte getrennt halten – so, dass die Plattform austauschbar bleibt und die Inhalte uns gehören.

SCORM: die alte Antwort, die nie richtig funktioniert hat

Für diese Trennung gab es bisher genau eine etablierte Antwort: SCORM, den E-Learning-Standard, mit dem sich Kursinhalte als Paket exportieren und in jedes kompatible Lernmanagementsystem laden lassen. Auf dem Papier ist das genau die Unabhängigkeit, die wir meinen. In der Praxis – und da sprechen wir aus eigener Erfahrung – hakt das Zusammenspiel zwischen SCORM-Paketen und den Plattformen an allen Ecken: Fortschritte werden unsauber übertragen, das Design bricht, moderne interaktive Elemente bleiben außen vor, und viele der populären Kursplattformen unterstützen SCORM gar nicht erst oder nur widerwillig. Eine ideale Lösung war das nie.

Plattform-KI gegen Claude und ChatGPT: ein ungleiches Duell

Und die neuen KI-Assistenten der Plattformen? Die ändern an alldem nichts – sie zementieren es. Denn welches Modell da im Hintergrund arbeitet, erfährst Du in der Regel nicht, und auf dem Stand der aktuellen Spitzenmodelle von Anthropic oder OpenAI ist es nach unserer Erfahrung praktisch nie. Dabei ist das der Punkt: Wenn wir mit KI arbeiten, wollen wir mit den besten Modellen arbeiten, die es gerade gibt – für die Inhalte, für die Grafiken, für interaktive Übungen und Lernspiele. Claude und ChatGPT können das heute wesentlich besser als die eingebauten Assistenten, die wir bisher in Kursplattformen gesehen haben. Und sie werden mit jeder Modellgeneration besser, ohne dass Deine Plattform etwas dafür tun muss.

Warum bieten die Plattformen dann nicht einfach an, dass Du Deine eigene KI anschließt? Weil damit ihr Geschäftsmodell bröckelt. Eine Plattform, die offen ist für externe KI und saubere Schnittstellen, macht sich austauschbar – der Kurs-Editor verliert seine Funktion als goldener Käfig. Deshalb glauben wir: Die Kursplattformen stecken in echten Schwierigkeiten. Nicht, weil KI sie ersetzt, sondern weil KI den Teil ihrer Arbeit übernimmt, mit dem sie Dich bisher festgehalten haben.

Was wir stattdessen suchen: Verwaltung hier, Erstellung dort

Unsere Wunsch-Architektur ist simpel: Die Plattform übernimmt das, was sie gut kann und was uns Arbeit abnimmt – Teilnehmerverwaltung, Zahlungsabwicklung, Zugänge, E-Mail-Flows. Die Kurserstellung dagegen läuft komplett getrennt davon: mit Claude, aus unserem Kopf, unserer Idee, unserer Struktur. Die KI baut daraus Lektionen, Quizze und interaktive Elemente – und spielt das Ergebnis über eine offene Schnittstelle in die Plattform ein. Seit es MCP gibt (Model Context Protocol, den offenen Standard, über den KI-Assistenten direkt mit anderer Software arbeiten), ist diese Architektur keine Utopie mehr, sondern eine Frage des Anbieter-Willens.

Die bisher einzige Plattform, die das kann

Wir haben lange danach gesucht – und bei unserer Recherche im August 2026 genau eine Plattform gefunden, die dieses Modell heute anbietet: den Mini Course Generator. Dort verbindet sich Claude per MCP direkt mit der Plattform und legt Kurse samt Quizzen und interaktiven Bausteinen an, während die Plattform Teilnehmer, Bezahlung und Auslieferung übernimmt. Wie gut das funktioniert, haben wir ausprobiert: In 15 Minuten stand ein kompletter Kurs-Entwurf – die Details stehen in unserem Testbericht.

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So erstellen wir Online-Kurse mit KI – heute

Damit kein falscher Eindruck entsteht: KI ersetzt nicht Dein Wissen. Der Rohbau aus der KI ist schnell, aber erst Deine Beispiele, Deine Erfahrung und Deine Haltung machen daraus einen Kurs, den Menschen gern durcharbeiten. Unser Arbeitsmodell sieht so aus: Die Struktur und das Fachliche kommen von uns, Claude übernimmt Rohtexte, Formatierung, Grafiken und den Bau interaktiver Übungen – und zwar außerhalb jeder Plattform, sodass wir die Ergebnisse überall einsetzen können. Das Hin-und-her-Kopieren zwischen KI-Chat und Kurs-Editor, das heute noch die meisten machen, fällt weg, wo es eine MCP-Schnittstelle gibt.

Wie es hier weitergeht

Wir recherchieren weiter und suchen nach weiteren Plattformen, die Verwaltung und Kurserstellung sauber trennen – über MCP, offene APIs oder wenigstens verlustfreien Export. Was wir finden, stellen wir auf dieser Seite vor. Unsere Messlatte dabei: Kannst Du mit dem KI-Modell Deiner Wahl arbeiten? Gehören Dir Deine Inhalte in einem offenen Format? Und kommst Du ohne Drama wieder raus? Plattformen, die das ernst nehmen, haben aus unserer Sicht die Zukunft vor sich – alle anderen ihr Geschäftsmodell hinter sich.

Alle Plattformen im Überblick